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Terrarienanlage

Auf mehrfachen Wunsch meiner Besucher, möchte ich auf dieser Seite meine Terrarienanlage kurz in Wort und Bild vorstellen. Die Schränke wurden alle als Sonderanfertigungen für mich zusammengebaut. Schrank 1 und 4 wurden von einem Freund während seines Praktikums bei einer Tischlerei für mich angefertigt. Licht, Glas und Lüftung habe ich nachträglich selbst eingebaut. Der Aufzuchtenschrank und Schrank 2 wurden von einer anderen Tischlerei gefertigt. Die Glasbecken für den Aufzuchtenschrank hat ein befreundeter Terrarianer für mich nach meinen Wünschen geklebt. Einige Besonderheiten hierbei können weiter unten auf dieser Seite betrachtet werden. Alle Schränke wurden aus weiß beschichteten Spanplatten gefertigt und so zusammengesetzt, dass sie für einen Umzug komplett wieder zerlegt werden könnten. Deswegen wurden die Fugen auch nicht mit Silikon abgedichtet. Bisher konnte ich noch keinerlei gravierende Probleme, verursacht durch Feuchtigkeit, beobachten. Die Schränke sind nun (2007) seit drei, bzw. vier Jahren im Dauereinsatz und zeigen lediglich leichte Veränderungen durch aufgenommene Feuchtigkeit, die die Funktionalität der Schränke in keinster Weise beeinträchtigen.

 

Terrarienschrank Nr. 1
 


Auf den oberen Bildern ist der Terrarienschrank Nr. 1 zu sehen, der bei mir im Wohnzimmer steht. Ein besonderer Clou bei den großen Terrarienschränken ist die komplett versenkbare und natürlich auch ausziehbare Ablage, die über dem zweiten Terrarium von unten eingebaut wurde. Dieses Ausziehtischchen ist ungemein praktisch bei den Fütterungen oder Reinigungsaktionen, da jegliche Kleinteile in Griffnähe abgelegt werden können. Der Tisch wird mit Möbelschnappern im Schrank versenkt. Durch leichten Druck von vorne gegen den Tisch geben die Schnapper die Ablage frei und drücken sie leicht nach vorne aus dem Schrank heraus, so dass dieser einfach herausgezogen werden kann.

Dieses Bild gibt einen kleinen Einblick in eines der Becken vom Schrank Nr.1. Die Becken haben eine Grundfläche von 120 B x 60 T x 45 H cm. Jeweils die beiden unteren Becken der großen Schränke können mit einer Trennwand aus Holz oder Glas in zwei 60 x 60 x 45 cm große Terrarien unterteilt werden. Die Belüftung der Terrarien findet entweder über vorne unten (3 cm hoch und über die gesamte Breite) und hinten oben gelegene (10 cm hoch und über die gesamte Breite) Belüftungsschlitze statt oder über vorne unten und oben an den Seiten gelegene Belüftungsschlitze. Die Becken werden jeweils durch eine 26 Watt Leuchtstoffröhre und einen E14 20 Watt starken Spotstrahler beleuchtet und beheizt, wobei die Spotstrahler nur für jeweils eine halbe Stunde, drei Mal am Tag zugeschaltet werden. Im Sommer schalte ich meist sogar die Strahler aus, da es ansonsten zu warm in den Terrarien wird. Die Vorschaltgeräte der Leuchtstoffröhren wurden außerhalb der Becken angebracht, um eine Überhitzung zu vermeiden. Die gesamten Leuchtmittel samt Fassungen sind in einem Lichtkasten untergebracht, der komplett verschlossen und somit für die Tiere nicht zugänglich ist. (Mehr zu Trennscheiben, Licht und Belüftung weiter unten.)

 

Aufzuchtenschrank

 

Der Aufzuchtenschrank wird durch 15 kleine Becken und sechs größere gebildet. Ganz oben habe ich ein wenig Platz für die wichtigste Reptilienliteratur gelassen. Der Schrank ist 105 B x 35 T x 220 H cm groß. Hätte ich ganz oben statt der Bücher ebenfalls noch Terrarien eingesetzt, wäre es nahezu unmöglich geworden, die dort untergebrachten Jungtiere ohne einen Hocker besteigen zu müssen zu beobachten, geschweige denn ohne größere Mühen mit allem Notwendigen zu versorgen.

Die kleinen Becken sind jeweils 20 B x 30 T x 25 H cm groß und werden nur hinten oben belüftet. Die größeren Becken sind 50 B x 25 T x 30 H cm groß und werden ebenfalls hinten oben belüftet. Die Terrarien wurden nach meinen Angaben gefertigt. Da ich die Terrarien übereinander anordnen wollte, mussten die Terrarien speziell geklebt werden, da es bei den handelsüblichen Falltürterrarien unmöglich wird diese zu öffnen, wenn ein weiteres Terrarium bündig oben auf steht. Mehr zu den Besonderheiten etwas weiter unten.

Zwischen den oberen größeren Terrarien und dem darüber liegenden Zwischenboden ist genügend Platz, damit ich dort ein 8 mm starkes, quadratisches Brett einklemmen kann, welches ich als Ablagefläche nutze.

Die Belüftungsbleche dienen zusätzlich als Blendschutz gegen die hinter den Terrarien an den Zwischenböden des Schrankes von unten installierten Leuchtstoffröhren. Ein 8 mm starkes, rechteckiges Brett von 10 cm Tiefe, welches ich zwischen Terrarium und Schrankrückwand auf den jeweiligen Zwischenboden gelegt habe, dient als Abstandhalter und Durchrutschschutz für die Terrarien, so dass diese vorne immer bündig mit der Vorderkante der Zwischenböden abschließen.

Die Frontseiten der Aufzuchtbecken sind von unten nach oben leicht nach vorne versetzt eingeklebt worden, wie man auf dem nebenstehenden Bild deutlich erkennen kann. Dies hat den schönen Effekt, dass die Falltüren trotz der bündig übereinander angeordneten Becken immer noch nach oben hin geöffnet werden können (zu sehen auf dem zweiten Bild). Wären die Scheiben schlicht senkrecht eingeklebt worden, hätte man die Becken nicht mehr öffnen können oder hätte sie für jede Öffnung ein Stück nach vorne ziehen müssen.

Als Führungsschienen dienen weiße Kabelkanäle mit 4 mm Innen-Durchmesser. Diese wurden einfach mit Silikon an die Glasscheiben geklebt. Ein Kabelkanal wurde auf die Oberkante der Frontblende des Terrariums gesteckt und schützt so das Glas vor Beschädigungen, sollte die Fallscheibe mal aus der Hand rutschen und unkontrolliert nach unten fallen. Da die Kabelkanäle nur ein U-Profil haben und dieses durch die Glasscheibe ausgefüllt wird, haben die Jungschlangen nicht mehr die Möglichkeit sich, wie bei einem E-Profil, in das nicht durch die Scheibe besetzte Profil zu legen. Damit verringert sich das Risiko eines schnellen Ausbruchs beim Öffnen der Scheibe oder auch dem versehentlichen Einklemmen einer Jungschlange, die unbemerkt in dem Profil lag.

Man kann die Profile auch mit 3 mm Durchmesser verbauen und mit 4 mm Scheiben benutzen. Dies führt dazu, dass die Scheiben nur mit einem gewissen Kraftaufwand geöffnet und wieder geschlossen werden können. Ein unbeabsichtigtes Herunterfallen der Scheiben wird so unmöglich und da die Scheiben auch ohne Festhalten geöffnet bleiben (siehe Bild) bleiben beide Hände für die Arbeiten im Terrarium frei.

Besonders nett ist natürlich auch die Tatsache, dass es die Kabelkanäle überall günstig zu kaufen und es sie zudem auch noch in weiß gibt. Dieser Umstand ist bei der Gestaltung eines hellen Setups sehr von Vorteil. Der Aufzuchtenschrank steht ebenfalls bei mir im Wohnzimmer.

 

Die weiteren Schränke
 


Auf diesen Bildern sind (von rechts nach links) der Terrarienschrank 2, ebenfalls im Wohnzimmer aufgestellt, und der Terrarienschrank 4, der im Schlaf- und Arbeitszimmer aufgestellt ist, zu sehen. Das Besondere an Terrarienschrank 4 ist, neben seiner integrierten Aufzuchtstation in der Mitte, dass er um die Heizung des Zimmers herum gebaut wurde. Aus diesem Grund finden sich in den beiden unteren Terrarien die Holzecken hinten links. Schrank Nummer 4 ist etwas kleiner, als die Schränke 1 und 2. Er ist lediglich 100 cm breit, allerdings auch 60 cm tief.

 

Details der Schränke: Die Trennwände
1

Hier sind die oben angesprochenen Trennwände für die beiden unteren Terrarien der großen Terrarienschränken zu sehen. Ich habe zwei Varianten an Trennwänden zur Verfügung. Zum einen aus weiß beschichteten 8-mm-Spanplatten gefertigte. Zum anderen welche aus 8 mm dickem Glas. Die gläsernen Trennwände machen optisch natürlich wesentlich mehr her. Leider bedürfen sie aber auch eines höheren Pflegeaufwandes und dichten zudem nicht so gut ab, worauf ich weiter unten noch einmal detailierter eingehen werde. Somit sind die Glaswände nur zur Separierung von recht kräftigen Tieren zu gebrauchen, da sich schlankere Tiere speziell beim Lichtkasten gerne durch die zwangsläufig entstehenden Spalten zwängen.

Zusätzlich hat sich insbesondere bei Fütterungen herausgestellt, dass die gläsernen Trennwände den hölzernen in ihren Eigenschaften unterlegen sind. Da Strumpfbandnattern durchaus futtergierig und -neidisch sind, kommt es bei einer Fütterung in mit Glasscheiben abgetrennten Becken häufig zu Attacken gegen die Trennscheibe. Das ist nicht nur unschön für die attackierenden Tiere, sondern sorgt auch für unnötige Aufregung bei den fressenden Tieren, die dann nicht selten mit ihrem Futter im Maul flüchten und dabei etliche Schmierspuren an den Trennwänden und sonstigen Einrichtungsgegenständen hinterlassen.

Bei Fütterungen empfiehlt es sich daher, die Glastrennwände gegen die hölzernen auszutauschen oder noch besser, die Tiere zur Fütterung aus den Terrarien heraus zu nehmen und in Faunaboxen zu überführen.

Auf den oberen drei Bildern ist zum einen das System im Ganzen mit eingesetzter Glastrennwand zu sehen, zum anderen habe ich die obere Führungsschiene für die Trennwand noch einmal detailierter abgebildet, da ich einen Teil der Schiene mittels eines Scharniers schwenkbar gestalten musste, um immer noch problemlos an die Lichtkästen heran zu kommen.

Um die Trennwände aus ihren Schienen herausziehen zu können und ein optisch einigermaßen befriedigendes Ergebnis zu erhalten, musste ich sowohl oben als auch unten in die E-Profile, in denen die Schiebescheiben zum Schließen der Terrarien verlaufen, Aussparungen hinein feilen (Bilder 4, 5 und 6). Außerdem war dies notwendig, damit die Trennwand direkt an die innere Schiebescheibe anstossen kann, um die Bildung eines Spaltes zu verhindern, durch den sich die Schlangen hätten quetschen können.

Das Bild 5 zeigt, dass die Trennwand herausgezogen werden kann, obwohl die eine Hälfte des Terrariums noch mit der normalen Schiebescheibe verschlossen ist (der Gummigriff zum Öffnen der Schiebescheibe ist links von der Trennscheibe zu erkennen). Um dies zu ermöglichen, muss entweder eine der Schiebescheiben kürzer als die andere gewählt werden oder aber der Trennsteg muss leicht versetzt in das Terrarium eingebaut werden.

Ich habe die Führungsschienen für die Trennscheibe aus 1,9-mm-Spanplatten, weiß beschichtet, einfach mit Spaxschrauben an dem Terrarienboden oder -deckel festgeschraubt und Plastik-U-Profile als Laufschienen für die Trennwände mit Spiegelklebeband jeweils über die Schrauben geklebt.

Damit die Trennscheiben um den Lichtkasten herum trotzdem gut abdichten, musste ich ein wenig künstlerisch tätig werden und entsprechende Aussparungen per Stichsäge einarbeiten (Bild 7). Bei den Glastrennwänden ist dies nicht ohne Weiteres möglich. Hier arbeite ich noch an einer wirklich sicher abschließenden Varianten, die auch sehr schlanke Schlangen am unerwünschten Wechseln zwischen den getrennten Terrarien hindert.

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Details der Schränke: Der Spalt zwischen den Schiebescheiben
 

Ebenfalls ein Problem stellten für mich stattfindende Geburten in den Terrarien dar. Bisher haben meine Weibchen überwiegend in den sehr frühen Morgenstunden ihre Jungtiere abgesetzt. Zu dieser Zeit sitzt nur sehr selten jemand vor den Terrarien und kann darauf achten, dass kein Jungtier durch den Spalt zwischen den Schiebescheiben entwischt. Ich wollte diesen Spalt also schließen, dabei aber auch optisch möglichst geringe Einbußen hinnehmen. Zu diesem Zweck griff ich die Idee eines Freundes auf (der mir dann auch beim Einbau behilflich war) und ließ mir von einem Glaser Glasstreifen von 4 mm Dicke und 1 cm Breite zuschneiden. Diese wurden dann auf eine Länge gebracht, die der sichtbaren Höhe der Schiebescheiben entsprach.

Mit transparentem Silikon wurden die Glasstreifen gegen die vordere der Schiebescheiben ganz außen geklebt. Wichtig ist hierbei darauf zu achten, dass keine Blasen im Silikon eingeschlossen werden, sondern eine durchgehende Schicht entsteht, damit optisch keine Beeinträchtigung eintritt.

Solch ein fest angeklebter Glasstreifen, der bis zum oberen E-Profil heranreicht, bereitet allerdings Probleme beim Einsetzen und Herausheben der Schiebescheiben zwecks Reinigung oder besserem Zugriff auf die Terrarieninsassen. Um weiterhin die Scheiben ohne Probleme entfernen zu können, musste im oberen E-Profile eine etwa 1,5 cm breite Aussparung in den Mittelsteg des Profils gebracht werden (Bild 6 zeigt diese Aussparung), die das mühelose Herausheben, allerdings nur an dieser Stelle, gewährleistet.

 
Details der Schränke: Der Lichtkasten


Für die Lichtkästen habe ich an die Seiten der Terrarien hinten oben jeweils ein rechteckiges Holzstück angeschraubt. Das Holzstück hat in der Waagerechten eine Ausfräsung für die untere Scheibe des Lichtkastens und an der Senkrechten zum Terrarieninneren hin eine Aussparung für die Frontblende des Lichtkastens, wie auf den beiden oberen Bildern gut zu erkennen ist.

 


Die Aussparung zum Terrarieninneren hin dient zur Aufnahme der Sichtblende aus Holz. Diese Sichtblende dient als Blendschutz gegen die Leuchtstoffröhre, die dem Betrachter ansonsten voll ins Gesicht strahlen würde. Damit das Terrarium trotzdem noch vollständig ausgeleuchtet wird, musste der untere Teil des Sichtschutzes aus Glas sein. Die hierfür nötige Glasleiste steckt lose in einer Nut, welche auf den obigen Bildern gut zu erkennen ist. Ich habe die Glasleiste extra nicht fest verklebt, damit sie sich eventuellen Unebenheiten, hervorgerufen duch die Terrarienrückwände oder dergleichen, anpassen kann und immer dicht mit der waagerechten unteren Glasscheibe abschließt, auf welcher sie aufliegt und durch die sie am Herunterfallen gehindert wird. Die Sichtblende wird einfach auf die Aussparungen in den seitlichen Holzstücken gelegt und schließt bündig mit dem Terrariendeckel ab, so dass an dieser Stelle kein störendes Licht durchscheinen kann.

 

Die waagerechte Scheibe wird abgesehen von den Nuten in den seitlich angebrachten Holzstücken, nur noch durch die Terrarienrückwand abgestützt. Ohne diese Stütze würde die Scheibe bei einer zu überbrückenden Distanz von 115 cm in der Mitte durchhängen und ein dichtes Schließen mit der von oben kommenden Scheibe unmöglich machen. Wie auf den obigen Bildern zu erkennen ist, wurden die Leuchtstoffröhre und die Spotstrahler einfach gegen den Terrariendeckel geschraubt. Die Kabel wurden durch Bohrungen in der Rückwand nach außen geführt.


 
© gartersnake.de // Reptile-Manager by C. Birk