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Licht, Luftfeuchtigkeit, Temperatur

 

 

 

 

 

Strumpfbandnattern kommen in fast ganz Nordamerika vor. Sie sind dort ähnlichen Temperaturen ausgesetzt, wie sie auch hier in Deutschland herrschen. Es ist daher nicht weiter schwierig den Schlangen die geeigneten Temperaturen für ihr Wohlbefinden zur Verfügung zu stellen. Aufwändige technische Gerätschaften müssen hierfür nicht angeschafft werden. Eine einfache Leuchtstoffröhre aus dem Baumarkt reicht vollkommen aus, um den Tieren einen Tag-Nacht-Rhythmus zu simulieren. Natürlich tut es hier auch eine Energiesparlampe. Die Wahl des entsprechenden Leuchtmittels fällt hierbei also eher aus ästhetischen oder wirtschaftlichen Gründen. Was dem Pfleger optisch gefällt und seiner Meinung nach die Farben der Tiere am besten zur Geltung bringt, kann zur Anwendung kommen.

Hierbei bleibt allerdings die Frage offen, ob die Lichtquelle UV-Licht abgeben sollte. Fakt ist, dass über viele Generationen Schlangen, und hier auch der Thamnophis, ohne eine spezielle UV-Quelle erfolgreich gehalten und vermehrt wurden. UV-Licht ist somit auf keinen Fall zwingend notwendig für die Haltung dieser Tiere. Trotzdem gibt es immer wieder Berichte, dass die Schlangen bei einem Angebot von UV-Licht dieses teilweise aktiv aufsuchen. Außerdem sollen die Tiere vitaler wirken und durch eine intensivere Färbung glänzen. Ich kann nicht beurteilen, ob es sich hierbei nur um Wunschdenken oder eine ausgeprägte Fantasie oder um fundierte Beobachtungen handelt. Ich persönlich stelle meinen Tieren kein UV-Licht zur Verfügung. Möchte man jedoch eine UV-Lampe anbringen, so muss unbedingt beachtet werden, dass Glas ein nahezu 100 %iger UV-Filter ist. Hinter Glas angebrachte UV-Lampen haben also keinerlei Nutzen mehr für die Terrarieninsassen. Weiterhin ist bekannt, dass UV-Licht für Verbrennungen der Reptilienhaut, sowie Schäden der Augen verantwortlich gemacht werden kann. Entsprechende Lichtquellen müssen also den Installationsbeschreibungen entsprechend verbaut werden.

Licht

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Neben der Grundbeleuchtung, die tagsüber etwa 8 - 10 Stunden leuchten sollte und durch die oben angesprochenen Leuchtmittel gewährleistet wird, ist es zu dem anzuraten den Tieren noch eine zusätzliche Wärmequelle anzubieten. Hierfür haben sich handelsübliche Spotstrahler aus dem Baumarkt bewährt. Welche Watt-Zahl die Strahler haben müssen, um das Terrarium lokal auf die richtige Temperatur zu erwärmen, muss man jeweils individuell testen. In einem kleinen Holzterrarium wird vermutlich schon ein von außen durch die Schiebescheiben leuchtender E-14er 25-Watt-Strahler reichen, wohingegen in einem größeren Glasterrarium ohne Styroporwände mindestens ein E-27er 60-Watt-Strahler zum Einsatz kommen müsste. Es gilt also vor dem Besatz mit einer Schlange, die Temperaturen innerhalb des Terrariums genau auszumessen und gegebenenfalls mehrere Spotstrahler auf ihre Brauchbarkeit hin zu überprüfen.

An dieser Stelle sei auch der Hinweis erlaubt, dass andere Wärmequellen, wie zum Beispiel Heizsteine, Heizkabel oder Keramikstrahler, vollkommen fehl am Platz sind wenn es um den Betrieb eines Strumpfbandnatternterrariums geht. Diese Produkte stellen eher eine zusätzliche Gefahrenquelle für die Tiere dar und sollten deswegen nicht zur Anwendung kommen. Insbesondere, da sie keinerlei Mehrwert für die Schlangen generieren.

Abschließend zum Thema Licht und Wärme: Es kommt immer wieder zu der Diskussion, ob elektrisch betriebene Gerätschaften im Terrarium oder lieber außerhalb angebracht werden sollen. Ich persönlich habe mich dazu entschieden keinerlei Elektrizität im Wirkungskreis der Schlangen zum Einsatz kommen zu lassen, mit Ausnahme der wirklich ungefährlichen digitalen Thermo-Hygrometer. Gibt es jedoch keine Möglichkeit, zum Beispiel den Spotstrahler außerhalb des Terrariums anzubringen, so stellt sich häufig die Frage, ob ein entsprechender Strahler durch einen Schutzkorb vor Übergriffen der Schlangen geschützt werden sollte. Generell, über alle Gattungen hinweg, kann man diese Frage nicht eindeutig beantworten. Bezogen auf Strumpfbandnattern ist ein Weglassen eines solchen Schutzkorbes unbedingt zu empfehlen. Mich haben schon einige Berichte erreicht, dass Strumpfbandnattern es nachts irgendwie in einen Schutzkorb hineingeschafft haben und dann am folgenden Morgen mit dem Einschalten der Beleuchtung verbrannt sind. Noch nie hat mich jedoch eine Nachricht erreicht, dass sich eine Strumpfbandnatter an einem ungesicherten Wärmestrahler verletzt hätte.

Luftfeuchtigkeit

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Strumpfbandnattern benötigen keine außergewöhnlich feuchten Terrarien. Ganz im Gegenteil fühlen sich die Tiere in einem vollkommen trockenen Terrarium deutlich wohler. Es reicht also aus, wenn die Luftfeuchtigkeit auf normalem Raumniveau liegt. Dies sollte bei 50 - 60 % der Fall sein.

Es ist daher unnötig, eine extragroße Wasserschale, am besten noch direkt unter dem Spotstrahler, aufzustellen, damit möglichst viel Wasser verdunstet und dadurch die Luftfeuchtigkeit steigt. Ebenso ist es von Nachteil, wenn man in ein Thamnophis-Terrarium einen Wasserfall oder ein Aquarium einbauen möchte. Solche Einrichtungselemente erhöhen die Luftfeuchtigkeit unnötig und bergen zudem noch großes Potential Nährboden für eine übermäßige Vermehrung und Übertragung von Krankheitserregern zu sein. Dem gegenüber stehen leider gar keine Vorteile für die Schlangen und auch nur wenige für den Pfleger. Die anfänglich hübsch anzusehenden Wasserspiele entpuppen sich als schwer zu reinigen und werden mit zunehmender Nutzungsdauer immer unansehnlicher aufgrund von anhaftenden Verunreinigungen. 

Muss man dennoch Sorge dafür tragen, dass dauerhaft zu niedrige Luftfeuchtewerte erhöht werden müssen, so können echte Pflanzen schnell Abhilfe für dieses Problem schaffen. Insbesondere die unverwüstliche Efeutute (Scindapsus spec.) kommt mit dem Klima im Thamnophis-Terrarium hervorragend klar.

Viele Einsteiger in das Hobby der Terraristik kaufen sich zu Beginn ihrer Laufbahn lustige kleine Klebethermometer oder auch -hygrometer. Grundsätzlich ist gegen diese mechanisch arbeitenden Messinstrumente nichts einzuwenden. Man muss lediglich wissen, wie diese Geräte funktionieren und dass sie meist schlecht eingestellt sind. Insbesondere die Hygrometer sorgen immer wieder für Verwirrung bei Einsteigern. Da wird wie wild in das Terrarium gesprüht, alle Lüftungsflächen wurden abgeklebt, das Wasser läuft schon in dicken Tropfen von den Scheiben runter und immer noch zeigt dieses verdammt Ding nur 45 % Luftfeuchtigkeit an. Woran lieg das nur?

Diese Geräte funktionieren über einen Bimetallfühler, der sich je nach Luftfeuchtigkeit bewegt. Hat er irgendwann seine maximale Ausdehnung erfahren, kann er sich nicht weiter bewegen. Der Bimetallstreifen ist so ausgelegt, dass er sich innerhalb der aufgedruckten Messskala bewegen kann. Hat er seine maximale Ausdehnung bei maximaler Luftfeuchte erreicht, sollte er auf der Skala die 100 % anzeigen. Um zu kontrollieren, ob das Gerät richtig eingestellt ist, muss man ein Handtuch gut feucht, bzw. nass machen. In dieses Handtuch wickelt man dann das Hygrometer ein und lässt es so eine halbe Stunde lang liegen. Nach dieser Zeit wickelt man das Gerät wieder aus und guckt nach, was es anzeigt. Zeigt es jetzt nicht 100 % an ist es definitiv falsch eingestellt. Für diesen Fall befindet sich bei der überwältigenden Mehrheit dieser Geräte auf der Rückseite eine kleine Stellschraube, die dazu dient, den Bimetallstreifen richtig einzustellen. Mittels dieser Schraube stellt man nun den Zeiger auf die 100-%-Marke ein und hat von da an ein richtig messendes Gerät. Von Zeit zu Zeit kann ein Nachjustieren nötig werden.

Wesentlich zuverlässiger arbeiten jedoch die digitalen Geräte. Diese gibt es meist als Kombigerät mit einem Thermometer oder sogar als Thermo-Hygrometer mit Fernfühler, zum Erfassen einer zweiten Temperatur. Solche Geräte kann ich nur wärmstens zum Kauf empfehlen. In allen meinen Terrarien verrichten solche Messinstrumente zuverlässig ihren Dienst.

Temperatur

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Wie unter der Überschrift Licht schon erwähnt, benötigen Strumpfbandnattern keine außergewöhnlichen Temperaturen, um sich wohlzufühlen. Tagsüber sollte in dem Terrarium eine Grundtemperatur von 24 - 26 °C herrschen. Unter dem Spotstrahler können es durchaus auch bis zu 35 °C werden. Sollte es im Sommer dauerhaft zu sehr hohen Umgebungstemperaturen kommen, so versteht es sich von selbst, dass alle Wärmequellen abgeschaltet werden. Dazu gehört neben dem Spotstrahler auch die Grundbeleuchtung.

Nachts können einfach alle Wärmequellen abgeschaltet werden und die Terrarientemperaturen auf Zimmertemperatur absinken.

Empfehlungen für die einzelnen Terrarientypen

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Gern werde ich gefragt, ob man Jungtiere mit dem gleichen Aufwand mit Licht und Wärme versorgen sollte, wie die adulten Tiere und wie dies zu schaffen sei, wenn das Terrarium nur so klein ist. An dieser Stelle möchte ich daher kurz zusammengefasst Empfehlungen für den Aufbau und den Einsatz der verschiedenen Leuchtmittel für jeden von mir zur Aufzucht und Pflege beschriebenen Terrarientyp geben.

Aufzuchtterrarium (30 x 30 x 30 cm):

Ein Aufzuchtterrarium kann mit wenig Aufwand ausreichend mit Licht und Wärme versorgt werden. Es ist nicht notwendig großartige technische Spielereien anzuschaffen. Grundsätzlich reicht es für ein Aufzuchtbecken aus, wenn man sich einen Klemmspot aus dem Baumarkt zulegt und diesen von der Seite in das Aufzuchtbecken hineinleuchten lässt. Dies gern für 8 - 10 Stunden am Tag. Auf diese Weise reicht der Klemmspot als alleinige Licht- und Wärmequelle aus. Natürlich muss man überprüfen, dass es in dem Terrarium nicht zu warm wird. Ein einwöchiger Probelauf vor dem Einsetzen der Insassen, bei dem die Temperaturen kontinuierlich überprüft werden, sollte ausreichen, um die optimalen Temperaturen zu erreichen. Grundsätzlich darf es in einem Aufzuchtterrarium etwas wärmer sein, als in dem Endterrarium. Wenn die Grundtemperatur bei 26 °C liegt, ist dies vollkommen in Ordnung.

Sollten beim Probelauf die Temperaturen zu niedrig sein, kann man einen Spotstrahler mit höherer Watt-Zahl einsetzen oder den Abstand zum Terrarium verringern. Umgekehrt kann man bei zu hohen Temperaturen den Abstand der Lampe zum Terrarium vergrößern oder aber einen Strahler mit niedrigerer Watt-Zahl eindrehen.

Terrarium für halbwüchsige Schlangen (60 x 30 x 30 cm):

Bei einem Übergangsterrarium kann man schon eher ein richtiges Temperaturgefälle schaffen. Es empfiehlt sich eine Energiesparlampe oder eine Leuchtstoffröhre als Grundbeleuchtung zu installieren. Grundsätzlich kann man bei diesem Terrarium auf einen zusätzlichen Spotstrahler verzichten und die Vorschaltgeräte der Leuchtstoffröhre als Wärmequelle nutzen. Besser ist es aber einen Spotstrahler wie beim Aufzuchtbecken einzusetzen.

Endterrarium:

Je nach Abmessung des Terraiums sollte auf jeden Fall mindestens eine Leuchtstoffröhre oder Energiesparlampe als Grundbeleuchtung zum Einsatz kommen. Zusätzlich sollten ein oder zwei Spotstrahler als Wärmequelle eingesetzt werden, um lokale Aufwärmplätze zur Verfügung zu stellen. Die Strahler können auf einen Stein oder Ast ausgerichtet sein. Diese Plätze werden gern von den Strumpfbandnattern aufgesucht und bieten daher die Gelegenheit für den Halter, schon bei der Planung der Beckeneinrichtung Plätze zu schaffen, an denen die Tiere später besonders gut beobachtet werden können.

Wird ein Strahler auf einen Stein ausgerichtet, wärmt sich dieser im Laufe der Zeit auf und gibt die Wärme auch nach dem Ausschalten des Strahlers weiter kontinuierlich ab. Solche Wärmeplätze werden insbesondere von trächtigen Weibchen regelmäßig aufgesucht.

Ich persönlich schalte die Spotstrahler in den Terrarien nur jeweils für kurze Zeit ein. Einmal für etwa 45 Minuten kurz vor dem Einschalten der Leuchtstoffröhren um eine Art Morgendämmerung zu simulieren. Dann am frühen Nachmittag für eine gute Stunde, um die Mittagshitze zu simulieren und am frühen Abend noch einmal für etwa 30 Minuten, um für den Rest des Tages die notwendigen Temperaturen zu erreichen. Da meine Terrarien aus Holz gebaut wurden, halten diese die Wärme deutlich besser und länger als Glasterrarien. Bei diesen müssen vermutlich andere Beleuchtungszeiten gewählt werden.


 
© gartersnake.de // Reptile-Manager by C. Birk