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Gesammelte Erfahrungen zu Kleintierstreu und anderen feinen Substraten

Grübner, D. (2003): Gesammelte Erfahrungen zu Kleintierstreu und anderen feinen Substraten! – The Garter Snake, 3/03: 28-29.

In den vergangenen Monaten konnte ich einige Tiere erwerebn, die vom Vorbesitzer auf Kleintierstreu gehalten wurden. Außerdem hatte ich einige Tiere zu Zuchtgruppenbildungszwecken an einen befreundeten Halter abgegeben, der die Tiere auf Laub/Humus hielt. Beide Substratarten weisen eine recht feine Körnung auf, abgesehen vom Laub, welches als Deckschicht eingebracht wurde und können zudem noch durch Abreb oder ähnliches zur Bildung von Mikropartikeln tendieren. Fast alle Tiere, die auf solch einem Substrat gehalten wurden, wiesen mehr oder weniger ausgeprägte Abszesse an den Bauchschuppen auf. Ich halte meine Tiere ausschließlich auf Buchenhack und hatte bisher noch nie mit Abszessen bei meinen Tieren zu kämpfen, die auf das Bodensubstrat zurück zu führen gewesen seien.

Durch das gehäufte Auftreten dieses Krankheitsbildes habe ich mich mit meiner Tierärztin zusammengesetzt und Ursachenforschung betrieben. Das Ergebnis der Sitzung lautet wie folgt: Die Tiere kamen ausnahmslos aus großen Beständen, folglich kann man davon ausgehen, dass die Beseitigung von Kotresten etc. nicht äußerst penibel sondern eher zeitlich angepasst durchgeführt wurde. Die Tiere, die auf entsprechendem Substrat gehalten werden, haben durch dessen Beschaffenheit die Möglichkeit sich bis auf den Terrarienboden hinunter einzugraben. Bei gröberen Substraten ist dies nicht oder nicht ohne Weiteres möglich, je nach Füllhöhe des eingebrachten Substrates. Nicht komplett entfernte Urin- oder Kotreste fallen bei beiden Substratarten langsam aber sicher auf den Terrarienboden und sammeln sich dort an, wie wohl jedem schon bei seinen Komplettreinigungen der Terrarien aufgefallen sein wird. Meine Tierärztin wies mich darauf hin, dass es bei Schlangen, die auf feinem Substrat gehalten werden häufiger zu Mikroverletzungen zwischen den Bauschuppen, hervorgerufen durch oben genannte Mirkopartikel, kommen kann. Gelangt in diese Verletzung Schmutz in Form von Kot-, Urin- Futterresten oder sich zersetzendes Laub und dessen Mikroorganismen kann diese Mischung zur Bildung von Abszessen führen.

Dies könnte eine Erklärung für die häufige Bildung von Abszessen bei Tieren sein, die auf feinem Substrat gehalten werden. Dieser Ansatz könnte auch als Erklärung dafür dienen, dass nicht alle Tiere die auf feinem Substrat gehalten werden auch ausnahmslos Abszesse bekommen. Durch die Ansammlung von Schmutzresten am Terrarienboden könnten Tiere, die sich häufiger eingraben, öfter von Abszessbildung betroffen sein als Tiere, die sich nicht oder nur selten eingraben. Dies konnte ich bei meinen Neuerwerbungen natürlich nicht mehr nachvollziehen, somit handelt es sich bei dieser Annahme nur um einen logischen Erklärungsversuch. Abszesse an bzw. zwischen den Bauchschuppen sind übrigens recht unproblematisch zu behandeln, erfordern allerdings eine gewisse Kontinuität über einen recht langen Zeitraum. Zur Behandlung werde ich in einem der folgenden Hefte einen ausführlicheren Artikel verfassen.

Auch zu o.g. Problematik wäre es schön Beobachtungen der anderen Halter an dieser Stelle in den nächsten Ausgaben lesen zu können.



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